Indischer Staat verbannt alle Pestizide, beobachtet wie sowohl Wildtiere als auch der Tourismus gedeiht

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Yogita Limaye von BBC in Sikkim, Indien.

Die gerade laufende ökologische Bewegung wurde und wird immer noch von vielen als Modetrend angesehen. Doch für gewisse Menschen wie zum Beispiel vom Bundesstaat Sikkim in Indien ist es nicht bloss ein Modetrend, sondern eine Notwendigkeit, in einer von Chemikalien und Pestiziden übersäten Welt. Zumindest in den USA hat der ökologische Landbau noch einen weiten Weg vor sich wenn man Bedenkt, dass einige der grössten Konzerne, wie zum Beispiel das Unternehmen Bayer (heute zu Monsanto gehörig), verstärkt auf Pestizide und neue technikintensive Methoden der Landwirtschaft setzen… Doch während einige Länder Pestizide und GVO bedenkenlos zulassen, gehen andere Teile der Welt auf den ökologischen Landbau ein, wie nie zuvor.

Veränderungen wie diese sind nicht einfach. Doch der Sikkim Bundesstaat in Indien ist weit fortgeschritten im Thema ökologische Landwirtschaft und kümmert sich damit um die Gesundheit von Bestäubern, Menschen und der Umwelt zu unterstützen. Dieses Bundesstaat setzt nämlich zu 100% auf BIO. Im Jahr 2016 liegt der Bundesstaat Sikkim im Schatten des drittgrößten Gipfels der Welt. Kanchenjunga schaffte es, der erste vollständig organische Staat in Indien und wahrscheinlich sogar der Welt zu werden. Jetzt, 3 Jahre später, gibt es noch einiges zu tun, aber die Vorteile sind deutlich zu erkennen.

Der Staat erhielt zudem auch einen Future Policy Award 2018 bei einer UN-Zeremonie in Rom. 51 Nominierte aus 25 Ländern wurden für die beste Förderung der Agrarökologie in den Schatten gestellt. Der indische Premierminister Narenda Modi hat den Staat für seine Beiträge anerkannt und weitere Unterstützung für Bio-Landwirte in ganz Indien zugesagt.

Das Verbot von GVO Veränderten Lebensmitteln, sowie Pestiziden zielt darauf ab, dass sich die Bienenpopulationen erholen können. Pflanzen wie Kardamom, die von der Bienenbestäubung abhängig sind, bringen viel höhere Erträge ein. Der Ertrag von Kardamom ist angeblich seit dem Jahr 2014 um mehr als 30% gestiegen, besagt ein Bericht der Washington Post. Zudem ist laut BBC der Tourismus in dieser Region ebenfalls um fast 70% gestiegen, seitdem der Staat auf BIO setzt. Zudem wird gesagt, dass sich die Bodengesundheit enorm erholt hat, seit der Umsetzung. Die indische Region hat 4’500 Blütenpflanzen-Arten und bietet 500 Schmetterlingsarten. Zudem leben da auch Wildtiere wie der Schneeleopard, den Himalaya-Bären und den roten Panda.

Auch bekannte Bio-Aktivist und Autor Vandana Shiva hat sich an dem Projekt beteiligt. Mehr Informationen dazu können im Video unten gesehen werden:

Beamte sagen, dass sich die Gesundheit der Umwelt, die unter dem konventionellen System der Landwirtschaft gelitten hatte, enorm verbessert hat, ebenso wie die Gesundheit der Einheimischen und den Tieren.

“Die Umstellung hatte sehr große Auswirkungen”, sagte Khorlo Bhutia, Sikkims Sekretär für Gartenbau und Ernteentwicklung. “Das liegt an der guten Umgebung – der chemiefreien Luft, des chemiefreien Wassers und den darauf erlangten chemiefreien Lebensmitteln – all diese Faktoren spielen eine wichtige Rolle.” Der indische Minister für Landwirtschaft Radha Mohan Singh sagte: “Dies ist ein großer Moment für Indien”

Derzeit werden in dem Bundesstaat Sikkim biologische Landwirtschaftsmodule für Studenten der vierten und fünften Klasse angeboten.

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